Essen Marathon

Publiziert am 10. Oktober 2010 von Burkhard Dorobeck

(Copyright Photos: B. Küssner, interessiert mich aber nicht)

Wieder einer dieser unglaublichen Renntage am See. Kühl aber strahlender Himmel, ein guter Tag für einen Ausflug. Ein kurzes Kiss & Run bevor alle ihre Positionen einnehmen. Die Läufer suchen ihre Schilder und Ballons in der aufgeregten Masse. Die Supporter eilen an die Versorgungspunkte: KM 12, 18, 25 und 35.

Startschuss. Gefährliche Hektik und Konzentration auf keinen Fall zu überpacen. Puls und Tempo auf den ersten Metern sind ok. Aber schon nach 5 Kilometern ist klar, etwas stimmt nicht. Der Puls steigt viel zu schnell und es ist immer mehr Einsatz nötig, um das Tempo zu halten. Bitter, aber diese Trainings-Session war etwas Besonderes. Und aus dieser gemeinsamen Geschichte aussteigen? Niemals…

Uwe zieht weg. Der Schnitt liegt noch bei 4:15. Tendenz stark fallend. Wenn man aus der 2:59-Gruppe raus fällt wird es einsam. Am wenigsten Sorgen mache ich mir um Kathi. Sie wird vorsichtig angehen und nicht einbrechen. Höchstens dieses “ich glaube meine Beine werden schwer” bei KM 39, wie auf der Kö bei ihrem ersten Marathon. Martin ist gemessen an seiner Stoffwechselgrenze zu schnell und er ist hoch motiviert. Zu hoch?

KM 12: (1. Base:)… Anfang der Wendepunktstrecke. Marcus reicht wie immer professionell die Flaschen rein. Robi kommt mir entgegen. Allein, keine Gruppe in Sicht, auch das wird ein einsames Rennen. Kurzer Sichtkontakt mit Uwe hinter der 15 KM Wendepunktmarke. Martin scheint gut ins Rennen gekommen zu sein. Kathi wird vermisst, aber wie angekündigt tauchte sie in der 3:29er-Gruppe unter.

KM 18 (2. Base:)… Ende der Wendepunktstrecke. Ulli & Marcus stehen bereit, alles klappt wie immer. Der nächste Teil der Strecke ist vor allen Dingen auf der 2. Runde weniger beliebt. Leichte Hügellandschaft, eine kleine Siedlung und dann die Halbmarathon-Matte. Hier ist auch endgültig Schluss, 4:30er mehr ist nicht drin.

KM 25 (3.Base:)… Gladys wartet an einem kritischen Punkt. Bei KM 24 stehen die meisten Zuschauer, dann wird es still und es geht hoch zur Brücke. Die noch anstehenden 17 Kilometer erscheinen wenig einladend…

KM 28: Petra & Klaus feuern an und versorgen mit den neuesten Infos: Uwe ist ein paar hundert Meter voraus…

KM 30: Eisenmann Bernd K. macht Photos und stellt Fachfragen: “was ist los”? Eine gute Frage. Der Schnitt fällt auf 4:40…

KM 35 (4.Base:)… Hans hält die lang ersehnte klebrige Brühe bereit. Zucker und Koffein für den Landeanflug. Nach der Brücke stehen noch einmal Ulli & Marcus. Meine Frage: “wo ist Uwe”? Wird präzise mit: “vor Dir” beantwortet. Kurz danach gibt die Biegung des Sees einen Blick auf das Ziel in der Ferne frei…

Ziel: es fühlt sich an wie nach Hause kommen. Rechts die Tribünen der Regattabahn, links das Seeufer in der Sonne. Eine letzte 180 Grad Kurve und da ist das Ziel. Der automatische Griff zur Uhr beendet ein Kapitel dieser Geschichte. Dann das obligatorische alkoholfreie Weizen mit Uwe und ein erstes Resümee. Er hat lange überlegt ob er starten soll und hat sich richtig entschieden. Denn man ist nun einmal Marathonläufer oder eben nicht…

Silvia (trotz Nachtdienst) und Martina & Dirk stehen am Zaun. Nach zwanzig Minuten werden alle Erwartungen übertroffen, Kathi kommt ins Ziel. Die 3:27 krönen einen perfekten Lauf mit einer neuen Bestzeit. Sie sieht zwar müde und geschafft aber nicht gequält aus. Eine Minute später läuft Martin, auch mit einer neuen Bestzeit, über die Matte. Mehrere Becher Cola heben seinen Zuckerspiegel auf ein erträgliches Niveau an. Dani kommt ebenfalls wohlbehalten und zufrieden ins Ziel.

Die sportliche Bilanz fällt überaus positiv aus:
Kathi wird mit 3:27:39 sogar 2. ihrer Altersklasse und 22. Frau gesamt. Beide Hälften waren nahezu gleich schnell.
Martins neue Bestzeit lautet: 3:28:34. Uwe erntet mit 3:05:36 den Lohn für das kurze aber harte Training. Die perfekte Grundlage für den 8. Mai 2011 am Rheinufer. Zusammen mit meiner 3:07:21 reicht es sogar noch für die Top-Ten der Männer-Teams.

Das gemeinsame Training, die Unterstützung während der Vorbereitung und an der Strecke waren definitiv eine Hymne an den Marathon. Ich danke euch allen sehr…

Alle Bilder von Bernd:

http://picasaweb.google.com/Angermunder/2010_10_10MarathonBaldeneysee?feat=directlink

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