Angermunder beim 10. Challenge Roth Triathlon 2011

Nachbetrachtung Roth 2011 B.K.

Vortag
Gigantisch fantastisch bombastisch
Schon beim obligatorischen Check In am Vorabend hatten wir das Gefühl uns vor fast einem Jahr richtig entschieden zu haben. – Wer hier nicht dabei ist hat was verpasst. Perfekte Organisation, gute Stimmung, trotz der Anspannung liegt eine lockere heitere gelöste Stimmung über dem Areal. Die Stars sind auch alle vor Ort und deren Coolness und die fetzige Mucke legt sich über uns und wir sind alle lockerer als gewohnt. Sind wir gut vorbereitet, wie sind die Berge, wie wird das Wetter, was machen die Beine, alle Zweifel sind weggeblasen! Wann kann es endlich los gehen? Die Nacht natürlich trotz Feierabend Weizen doch nicht ruhig geschlafen- u. dann schon um 3:30 aus den Federn.

Der längste Tag
Frühstück im Mannschafts-Hotel in andächtiger Stimmung. Jeder in sich gekehrt, müde aber konzentriert. Was kann, soll ich essen? Zuviel? Zu wenig? Das falsche? Endlich geht’s zum Startplatz. Bilderbuch Sonnenaufgang, Nationalhymnen der ca. 50 Nationen, heiße Musik, Moderatoren die motivieren, Hektisches Gewusel, DixiKlo – Besuch in letzter Minute und schon geht’s los. Ruth als erste um 6:45 den Stars hinterher. Starts der 14 Startgruppen im 5 Min. Rhythmus. 7:40 jetzt bin ich dran- 5 Min. vor dem Start werden wir zu Wasser gelassen. Keine Zeit zum nachdenken. Brille putzen, Uhr stellen, zur Startlinie schwimmen und schon geht’s los. Das Wasser fühlt sich gut an, kaum Gedränge, erstmal den Rhythmus finden und die Orientierung halten. Aber wann kommt endlich die Wendeboje? Da hinten an der Brücke soll sie sein, aber die Brücke kommt nur langsam näher. 3,8 km im Wasser können so lang sein und an der Brücke ist noch nicht mal die Hälfte geschafft. Der Turn um die dicke Boje ist gut überstanden und es geht endlich zurück, aber erstmal am Start vorbei hinter die 2. Brücke zur letzten Wendeboje- auch hier geht alles gut ich fühle mich gut und kann noch mal richtig los paddeln. Komme mit guter Schwimmzeit aus dem Kanal, kann aber in der Hektik meinen Kleiderbeutel nicht finden. Der Trainer gibt in der Wechselzone erste Zwischenstände der Kollegen durch, Michael (Ohlendorf) sehe ich kurz bevor ich aufs Rad springe. Endlich radeln, auch hier Rhythmus finden, zur Ruhe kommen, Puls unter Kontrolle bringen- und Nahrung! – Endlich leckere Energy Gels, Riegel u. Drinks in selbst auferlegten 20 Minute-Intervallen runterdrücken. Die Jungs u. Mädels an den Verpflegungspoints versorgen uns bestens. Ich staune beim ersten Blick aufs Tacho- 35er Schnitt? – Das kann ja heiter werden. Aber dann kommen die ersten „Hubbels“ und der schöne Schnitt schmilzt unter der wärmenden Sonne. Bei km 15 kommen Zweifel ob meine Beine später zum Laufen fähig sein werden aber es wird langsam besser. Die Radstrecke ist einfach der Hammer! Nahezu 90 km autofreie Zone die schöne Landschaft und die Stimmung in den Ortschaften lassen keine Langeweile aufkommen. Die erste ernste Herausforderung, (Kavalienberg) wird ohne Schmerz überwunden- alles wird gut! Dann weiter, noch der eine oder andere nicht weniger harmloser „Hubbel“ und dann kommt ER, der Solarer Berg! Nach der Ortseinfahrt Hilpoltstein liegt plötzlich ein seltsames Grummeln in der Luft und dann nach der 90 Grad Kurve der Schock! Ich schaue auf eine Wand aus Menschen, diese Eiger Nordwand aus Menschen da soll ich hoch? Aber sie geben mir das Gefühl nur wegen mir hier zu sein! Ein Schreien und Rufen, Begeisterung und Getröte, Bernd, Bernd, Bernd ich kann nicht anders und muss den anderen hinterher, langsamer geht’s nicht und das ist gut so, der Genuss ist dadurch länger! Etwas feuchtes rinnt durch mein Gesicht sind es Blood Sweat or Tears? Oben warten die mitgereisten Fans, tapfer bleiben und Lächeln fürs Foto! Bald ist die erste Runde (90km) geschafft und wie zu erwarten muss dann die gleiche Strecke noch mal gefahren werden! No Problem- mach ich gerne, hab ja dafür bezahlt! Nur Fledermäuse lassen sich hängen! Aufgeben kannst du bei der Post! Diese Sprüche gehen mir durch den Kopf und die Stimmung in der zweiten Runde siehe oben!Ein Highlight für mich- nach 2/3 der Strecke werde ich von Andy Raelert mit Kameratross überholt- im Film bei 10Min. 35sek.  zu sehen unter:

Danach der Zielschuss etwas bergab nach Roth, hier kann ich noch was für den guten „Schnitt“ tun. Der Wechsel in die Laufschuhe, ohne Probleme. Bald kommen mir die Pro`s entgegen- die sehn gut aus, kann also nicht so schlimm sein da draußen! – Ist es aber doch! Eigentlich läuft alles gut, aber die KM Schilder scheinen immer weiter auseinander zu stehen. Alles reine Kopfsache sagt man. Kopf an Beine: Lauft weiter! Einziger Trost, nach Passieren der zwei Wendepunkte gibt es kein zweites Wiedersehen. Aber auch hier in den Ortschaften und am Kanal entlang eine grandiose Stimmung! Das baut etwas auf. Dann endlich die letzten 5 km. Ich mache den Fehler und nehme nichts mehr zu mir- das wird sich rächen! Bei km 41 wird mir schlagartig mein Energiedefizit bewusst- aber keine Versorgung in Sicht. Ich weiß das ich langsamer werden muss, schaffe es aber nicht das Tempo zu drosseln. Dann kommt der Tunnelblick ich nehme die Geräusche und Rufe kaum noch war und endlich ist der rote Teppich nah, den will ich laufend bewältigen, aber oh Gott eine 90 Grad Kurve, gerade noch geschafft, dann noch eine und das Ziel! Einem Helfer falle ich in die Arme, der reicht mich weiter, Widerstand zwecklos! Ich konnte den Zieleinlauf wie ich ihn erwartet habe leider nicht genießen bin schon im Sanizelt und am Tropf- aber bei vollem Bewusstsein auch die ärztliche Versorgung ist Top unfassend- so spare ich mir die nächste sportärztliche Untersuchung. Meine Sorge gilt Ruth die bei jetzt einsetzendem Unwetter noch auf der Strecke ist und mich sicherlich suchen wird. Das Pflegepersonal besorgt mir Kleiderbeutel mit Handy, so kann ich mich bemerkbar machen. Nach einer halben Stunde fühle ich mich gut, bedanke mich herzlich bei meinen „Pflegern“ und begebe mich zum Essenfassen. Dort gibt es ein großes Hallo mit den TTr -er Athleten, und die ersten Heldengeschichten werden zum besten gegeben. Leider war Michael in einen unverschuldeten Radsturz verwickelt und wurde im Krankenhaus versorgt aber sonst sind alle- Einzelstarter und Staffeln gut ins Ziel gekommen und guter Dinge. Nach eine Massage strömen auch Ruth und ich zum Auto,sehen noch das Feuerwerk hinter uns und die letzten Athleten die sich nach 16 Std. dem Ziel nähern.

Ein entspannter Tag
Nach eine wiederum kurzer Nacht ein nettes Wiedersehen der ganzen Mannschaft am Frühstücksbuffet, Glückwünsche und Neuigkeiten werden ausgetauscht die ersten packen schon und wollen nach Hause, Ruth und ich buchen eine weitere Nacht, das Wetter ist wieder schön, plötzlich die Info Siegerehrung um 11:00. Wir stürzen zum Auto die 15 km nach Rot und kommen gerade rechtzeitig ins bebende Festzelt als Ruth auf Podium gerufen wird. Sie ist 2. Ihrer AK und nochmals als 2. Deutsche Meisterin AKW 55 der Challenge-Serie auf dem Podium. Wieder (immer noch?) super Stimmung im Festzelt, nettes Präsent, schöner Pokal (mit Autogramm Raelert) bleiben in Erinnerung an diesen schönen Tag.

Danke
Es gibt ein Leben ohne Triathlon- das wissen wir, aber im Moment ist es für uns schwer vorstellbar. Ruth und ich investieren darin eine Menge Zeit neben unseren Jobs. Wir bitten um Nachsicht denen wir in den letzten Monate wenig Zeit oder Hilfe geboten haben und möchten allen danken, die für unsere Leidenschaft Verständnis aufgebracht, oder es zumindest toleriert haben. Für euer Interesse und die moralische Unterstützung zu unserem Rother Triathlon danken wir euch sehr herzlich!

Ruth und Bernd aus Angermund

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